Verein zur Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Wehrmacht e.V.
Der Verein wurde 1997 gegründet, um die Durchführung des Ausstellungsprojektes des Hamburger Instituts für Sozialforschung:"Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" zu gewährleisten. Nun wird sie vom 27. Januar bis 10. März 2002 in Bielefeld im Historischen Museum zu sehen sein.
Gegenstand der Ausstellung ist die Rolle der deutschen Wehrmacht im Osten und auf dem Balkan: Ihre Beteiligung beim Genozid an den Juden, an dem millionenfachen Mord an sowjetischen Kriegsgefangenen und sowjetischer Zivilbevölkerung, der Deportation von Hunderttausenden von Zwangsarbeitern, an Plünderungen und Verwüstungen.
Die Ausstellung ist eine Neufassung der bis 1999 gezeigten Wehrmachtsaustellung. Jan-Philipp Reemtsma zog sie 1999 wegen Zweifeln an der Verlässlichkeit von Teilen des gezeigten Bildmaterials zurück. Die überarbeitete Fassung basiert auf den Ergebnissen einer Gutachterkommission und auf den Recherchen eines neu eingesetzten Wissenschaftlerteams.Sie wird in der neuen Fassung in Bielefeld als zweiter Stadt nach Berlin gezeigt und dürfte schon deshalb viel Publizität und Besucher auf sich ziehen.
Die Ausstellung stellt Fragen des Kriegs- und Völkerrechts in den Mittelpunkt: Welche Gesetze und Gewohnheiten galten zu Beginn des Zweiten Weltkrieges; mit welchen Befehlen und Verordnungen wurden sie außer Kraft gesetzt? Darüber hinaus werden die Dimensionen des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion anhand von sechs Themenkomplexen verdeutlicht: Völkermord, Hungerpolitik, Partisanenkrieg, Kriegsgefangene, Repressalien und Deportationen. Weiterhin wird die öffentliche Diskussion um die Rolle der Verbrechen der Wehrmacht in der Bundesrepublik dokumentiert sowie die Spannbreite möglicher Handlungsspielräume thematisiert, die zeigt, dass auch in der Situation des Zweiten Weltkrieges Raum für individuelle, gestaffelte Entscheidungen und Verantwortlichkeiten war. Zu den Militär Wallpaper geht es hier lang. Die Ausstellung soll der Öffentlichkeit in Bielefeld und im regionalen Umfeld zur Verfügung gestellt werden. Sie soll zu einer fairen, offenen und kontroversen Debatte über die Rolle der deutschen Wehrmacht und über die Realitäten eines Krieges beitragen. Sie dient ebenfalls dem Dialog zwischen den Generationen. Wir wollen mit der Ausstellung deshalb auch insbesondere Schulklassen, also Jugendliche, ansprechen. Die Beschäftigung mit Ausstellung soll das tolerante und friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft weiter entwickeln.